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Nov.
01

Der Parkplatzwächter

Der Parkplatzwächter
Die Hochzeit war für mich ein weiteres Kapitel in meinem Film, den ich gerade erleben und in dem ich teilweise Regie führen darf.

Dass ich kein Bild von der Hochzeit habe, liegt am Brautpaar. Sie hatten zwei Fotografen engagiert und baten mich, nicht zu fotografieren. Daran habe ich mich mehr oder weniger gehalten.

Es gab aber - wie könnte es anders sein - das eine oder andere Fettnäpfchen, in das ich trat. Hier mein liebstes:

Nachdem wir Freitagabend mit einem Teil der Hochzeitsgesellschaft auf einem Schiff ein ausgiebiges Abendessen genossen hatten, ging es für mich am Samstag mit einer Einladung in den Palast der Wiedervereinigung weiter. Am Abend dann das grosse Abendessen mit dem Brautpaar, der Übergabe der Geschenke und Vorführungen.

Wir fuhren also am Samstagabend mit dem Taxi vor. Es war gegen 19 Uhr. Am Eingang sass ein alter Mann in einem braunen, ganz einfachen Kleid. Alle begrüssten ihn und sprachen ein paar Worte mit ihm.

Als wir uns drinnen an den Tisch setzten wurde harassweise Bier und kübelweise Eis aufgefahren. Wir prosteten uns zu, begannen mit Trinken und ich fragte, was es mit dem Parkplatzwächter am Eingang auf sich gehabt hätte?

Meine Frage wurde lachend übersetzt. Der ganze Tisch, wir waren 8 Personen, lachte nun lauthals. Es wurde mir zugeprostet und gelacht. Dass war wohl der Witz des Abends.

Während später dann der dritte oder vierte Gang Essen aufgetragen wurde, kam der alte Mann im braunen Gewand auf mich zu. Er umarmte mich, lachte,  das Lachen des Wissenden und mir wurde erklärt, wer "mein Parkplatzwächter" war:  "Das ist unser Buddha!" Es war eine sehr herzliche, freudige und lange Umarmung.

Legende zum Bild: Blick vom Palast der Wiedervereinigung auf die Einfahrt. Wenn nicht gerade Staatsempfänge sind, kann der Palast besichtigt werden.

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Okt.
31

Traum-Job?

Traum-Job?
Morgens um sieben in der Vorstadt: Im grossen Park an der Nguyen Thai Son wird gejoggt,  Federball und Federfussbal gespielt, Joga, Kampfsportarten und Tanzen geübt , es wird gedehnt und gestreckt. 

Fast hat man das Gefühl, ganz HCMC ginge einer körperlichen Ertüchtigung nach, wenn da nicht die tausend und aber tausend Mofas wären, die den Park queren. 

Es ist zu dieser Morgenstunde schon erdrückend heiss.  Nach nur ein paar Minuten spazieren bin ich bachnass. Da kommt mir der Job des Eislieferanten, der gerade Blöcke auf sein Mofa lädt (Bild), vor wie ein Traum-Job.

Sent from Nine
Okt.
30

Zwischenstopp in HCMC

Zwischenstopp in HCMC
Für die morgige Hochzeitseinladung bin nun nach Ho-Chi-Minh-City (HCMC) geflogen. 

Vielleicht liegt es daran, dass ich mein Bike nicht dabei habe und zu Fuss unterwegs bin. Aber ich habe das Gefühl, hier hat es noch mehr (!) Mofas.

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Okt.
29

Street- Food

Street- Food
In John's Beiz. Im Vordergrund mein Chicken..... Das Bier kommt vom Fass, gell John.

Sent from Nine
Okt.
29

Elektro-Installationen

Elektro-Installationen
Ab und an fällt der Strom aus. Ist ja nicht verwunderlich! Aber WiFi gibt's in fast jeden Lokal.

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Okt.
28

Beklemmend oder Tuk-Tuk-Surfen

Beklemmend oder Tuk-Tuk-Surfen
Heute entdeckte ich eine neue Sportart: Tuk-Tuk-Surfen. 

Nach dem ich mich auch schon in den Bergen das eine oder andere Mal einem Landwirtschaftsfahrzeugg angehängt hatte, kam mir heute die Idee, dies mit einem Tuk-Tuk zu probieren. 

Es funktionierte (rund um den Lenin-Platz und das Ho Chi Minh Mausoleum sind die Strassen parademässig breit) wunderbar, auch der Fahrer hatte seine Freude. 

Zur  Nachahmung ist dies aber doch nicht empfohlen. Als ich mein Bike beim Militärmuseum parkierte, kam ein Polizist und sagte mit diesem polizistengrimmigen Blick: "Ich habe sie gesehen!"

Mir wurde mal wieder mulmig und ich studierte schon an der einen oder anderen Ausrede herum. 

Was er dann aber genau wollte, habe ich nicht herausgefunden. Ich glaube er interessierte sich nur für das Bike.

Legende zum Bild: Der Besuch im Militär-Museum war dann schon sehr beklemmend. Gerade so wie die Plastik aus Trümmerteilen, die vor dem Museum aufgebaut ist.

Sent from Nine
Okt.
28

Neugier macht dick

Neugier macht dick
Ich sollte meine Nase einfach nicht in alles stecken, aber ich kann's nicht lassen.

Heute sah ich in einem Hinterhof eine grosse Menschenansammlung. Am Eingang wurden die Besucher registriert.  Ich hielt an, gab mein Bike dem Parkplatzwächter und war eigentlich darauf gefasst, dass ich abgewiesen wurde.

Im Gegenteil. Man winkte mir zu, ich solle reinkommen. Drinnen ein kleiner Tempel, betende Frauen und Männer davor. Im hinteren Teil viele wunderbar hergerichteten Opfergaben: Herrlich farbige Früchteschalen dekoriert mit Geldscheinen, Berge von getrockneten Esswaren,  Getränke und viele Blumen.

Von weiter hinten erklang Musik und ein lautes Geschnatter. Ich schaute mich um, wirkte wohl etwas verloren und unsicher unter all diesen Menschen, die genau wussten, warum sie hier waren, wovon ich aber keine Ahnung hatte.

Auf jeden Fall winkten sie mich immer weiter durch und plötzlich stand ich in einem mit essenden Vietnamesen übervollen Raum. In einem Teil wurde getanzt, nebenan gekocht und immer wieder Berge herrlichen Essens aufgetragen.

Mir wurde ein Platz bei fünf Frauen im hinteren Teil des Raumes zugewiesen. Alle aus derselben Familie. Von der Tochter (sie sprach etwas englisch) über die Mutter, Tanten und eine Grossmutter.  

In Windeseile wurde traditionell zubereitetes Essen aufgetragen. Ich musste von allem probieren und es gab viel Verschiedenes. Sie zeigten mir, welche Sauce zu was gehört und die eine Tante neben mir legte lachend immer wieder etwas Fleisch in meine Reisschale. Und noch etwas und noch etwas, bis ich einfach nicht mehr konnte

Zum Schluss gab es Suppe und dann ging alles schnell. Jeder erhielt von der Oma noch ein Geschenk, Xôi xéo, (Klebreis mit gehackten Mungobohnen in einem Palmenblatt eingewickelt und eine Büchse Fanta), dann verabschiedeten sich alle.

Ich blieb noch etwas länger und trank mit dem einen oder anderen einen Reiswein. Ich musste mich dann aber auch auf den Weg machen, um dem Zuviel des Weines aus dem Weg zu gehen.

Ich wollte mich bedanken, aber das ging nicht. Allen, denen ich zum Abschied die Hand schüttelte und danke sagen wollte, bedankten sich bei mir, für mein Kommen.

Es war übrigens ein Quartierfest. Ich konnte aber nicht herausfinden, der wievielte Geburtstag dieses Quartieres gefeiert wurde.

Sent from Nine
Okt.
27

Abendstimmung am West Lake

Abendstimmung am West Lake
Da braucht es keine Worte mehr.

Sent from Nine
Okt.
27

Alles ist nichtig

Alles ist nichtig
Dieser Kernsatz des Buddhismus  "Alles ist nichtig." stimmt auch für meine weiteren Reisepläne. Eigentlich wollte ich am Freitag Richtung Laos aufbrechen, dieser Vorsatz ist nun eben nichtig.

Ich bin am Samstag an eine Hochzeit eingeladen. Diese Geste der Freundschaft konnte ich nicht ausschlagen. Ich bleibe also sicher mal bis Dienstag hier. Danach muß ich aber weiter!

Sent from Nine
Okt.
26

Ein kleines Geheimnis ......

Ein kleines Geheimnis ......
..... während ich bei "meinem Hanoi-Barbier" auf die Rasur warte.

Ich mag den Verkehr hier in Hanoi, weil man durch Einbahnstrassen und über Rotlichter fahren darf..... !

Sent from Nine
Okt.
26

Wer hätte das gedacht?

Wer hätte das gedacht?
Da brettere ich 80 Kilometer zwischen Lastwagen, Bussen, Mopeds, Schlaglöchern und Marktständen und 10 Kilometer vor Hanoi ist die Strasse neu und fast ganz für mich alleine.

Also 5 Kilometer Erholung bevor ich mich in das Getümmel von Hanoi stürze.

Sent from Nine
Okt.
25

Hirngepickte SUV-Fahrer

Hirngepickte SUV-Fahrer
Die Fahrt nach Thai Nguyen führte mich über lange Strecken einem Fluss entlang (siehe Bild) und es war erstaunlich flach.

Je näher ich Hanoi komme, um so stärker wird das Verkehrsaukommen. Ich muss aber festhalten, dass bis anhin nicht die Lastwagen mein Problem waren, sondern die grossen, schwarzen Geländewagen (Toyota, BMW usw.) mit ihrem abgedunkelten Scheiben, die mich mehrfach fast von der Strasse drängten.

Ich versteh das nicht wirklich.

Da spielen Kinder, kaum ein Jahr alt, direkt an der Strasse.
Da fahren zwei fünfjährige Jungs mit einem Baby in der Mitte auf einem viel zu grossen Fahrrad über dieselbe Strasse.
Ein alter Mann fährt mit einem Boot (ja Boot), das er quer über sein Mofa gebunden hat, hinter den Jungs her. 
Ein anderer hat hinten auf seinem Mofa zwei ausgewachsene Schweine aufgebunden (auch quer, versteht sich). Es geht vermutlich in die Metzgerei. 
Ihnen folgt ein etwas älterer Junge, der 5 Meter lange Bambushölzer transportiert.

Und jetzt kommts:  Diese, ich kann sie nicht anders nennen, hirngepickten SUV-Fahrer brettern laut hupend und ohne zu bremsen mit unsäglicher Geschwindigkeit am ganzen Geschehen vorbei.

Nun gut, kann man einwenden, die Lastwagenfahrer tun das auch. Aber ich werde das unangenehme Gefühlt nicht los, dass es bei den LKWs um Zeit und Verdienst geht und bei den SUV-Fahrern um genau jene Leute, die von den gestressten Lastwagenfahrern profitieren. 

Ich lass mich aber gene eines Besseren belehren.

Sent from Nine
Okt.
25

Abschied oder wenn die Bedienung schläft

Abschied oder wenn die Bedienung schläft
Jetzt heisst es also definitiv Abschied nehmen von diesen lieben  Menschen im Hotel Huong in Phu Thong.
Da war Mai, die 19 jährige Tochter, sie strahlte und winkte immer schon vom Weitem, wenn sie mich sah. 
 
Sie hat mir gezeigt , wie man richtig mit Stäbchen isst. Wenn das Eis alle war, rannte sie immer gleich zum Motorroller, fuhr kurz weg und kam mit einem Kübel voller frischem Eis zurück. 
 
Oder sie warnte mich, wenn mich junge, nicht so sympathische Männer ansprechen und mit mir Reiswein trinken wollten.
 
Sie stellte mich aber auch ihrer Familie, ihrem Freund und allen anderen vor und erklärte mir, das eine oder andere zu den Personen.
 
Mai sprach nur ein paar Brocken englisch, den Rest schafften wir mit dem Handytranslator. Gestern Abend war sie ganz aufgekratzt. Sie erklärte, dass sie nach der Arbeit zu ihrem Freund fahre. Und sie freue sich ganz toll.
 
Dann war da ihr Vater. Er wollte von allen Dingen wissen, was sie kosteten. Wir beide hatten gestern Mittag beim Tee nach dem Essen ein langes Gespräch (eigentlich wollte ich mich beim Barbier rasieren lassen, doch dazu kam ich nicht mehr).
 
Er sprach nur vietnamesisch, also versuchte ich mit Gegenfragen (ab Handytranslator) seine Fragen herauszufinden und zu beantworten. 
 
Dann war da noch die Mutter. Sie schmeisst den Laden. Schlurft in ihren Badelatschen wie ein Entchen durch die grosse Halle und die direkt angrenzende Küche, dirigiert, kocht, schaut mit Mai zum Rechten und bestimmt, was wie viel kostet.
 
Und dann war da auch noch die alte, gebückte Frau. Sie wurde mir aber nicht vorgestellt. Sie verrichtete eher kleinere Arbeiten, ihr gebückter Gang verriet ein hartes Leben. 
 
Wenn sie jeweils an meinem Tisch vorbei kam, setzte sich sich kurz hin, sagte etwas auf vietnamesisch und lachte fröhlich. Ich zuckte die Achseln, sagte ihr, ich würde nichts verstehen ("Toi không hieu", ausgesprochen Toi Kong hioo), sie lachte noch lauter, stand auf und ging wieder. 
 
Hinten in der Küche arbeiteten jeweils noch zwei Frauen. Ich sah sie meistens am Boden kniend, wie sie  Gemüse rüsteten, Hühner rupften und kochten.
 
Von alle dem hieß es nun Abschied nehmen. Eigentlich wäre ich gerne noch geblieben, aber es gab in Phu Thong nichts, was ich noch hätte tun können.
 
Das Hauptgeschehen läuft auf dem grossen Marktplatz hinter dem Dorf und an der einzigen grossen Strassenkreuzung ab. Hier kommen die Busse - von Weitem hupend - an. Ein junger Mann steht auf dem Trittbrett, fragt die Wartenden, wohin des Weges?, und der Bus hält oder fährt direkt weiter.
 
Zu welcher Uhrzeit welcher Bus wohin fährt, muss erfragt werden. Fast schwieriger ist es herauszufinden, wen man fragen soll. Aber warten auf den Bus gehört dazu.
 
So sind die Cafés direkt an den Bushaltestellen immer gut besucht und ein von mir bevorzugter Platz, um das Leben zu studieren. Denn wer auf Reisen geht, gibt immer etwas mehr von sich Preis als in der gewohnten, heimischen Umgebung.
 
Wie lange die Cafés offen haben, weiss ich nicht. Ich lege mich immer eher früh hin, damit ich morgens zeitig raus komme und die ersten Kilometer in der frischen Morgenluft absolvieren kann. 
 
Es kann aber schon vorkommen, dass man des Mittags um drei in ein Café geht und die Bedienung auf einem Klappbett im hinteren Teil des Raumes schläft. Dasselbe habe ich auch schon an der einen oder anderen Hotelrezeption erlebt.
Ein nettes Hallo, vielleicht auch ein zweites und man wird etwas verschlafen zwar, aber meistens freundlich bedient.
Legende zum Bild: Hier war ich Gast: Abschied von der Familie Huong (Vater, Tochter und Mutter Huong)

Sent from Nine
Okt.
24

Trinken mit Roger Federer

Trinken mit Roger Federer
Weil wir gerade bei der Esskultur waren, ein paar Beobachtungen zur Trinkkultur.

Kürzlich sass ich in einem kleinen Restaurant. Ich war alleine, hatte aber an dem Tisch, auf dem eine Kanne Grüntee, ganz kleine Tassen und kleine Gläser standen (so eine Art Stammtisch; aber keiner schaut doof, wenn sich ein Fremder hinsetzt), Platz genommen. Grüntee und Wasser kriegt man fast überall umsonst; der Tee wird auch gerne in Gesellschaft getrunken. 

So kommt es vor, dass der nächste Gast sich zu mir setzt, Tee einschenkt und weil er gerade dabei ist, auch meine kleine Tasse wieder auffüllt. Dann beginnt das Gespräch und immer wieder wird Tee nachgeschenkt.

Das Beispiel, das ich eingangs erwähnte, war Mittags um vier. Ich sass alleine an besagtem Tisch, trank aber keinem Tee sondern ein Bier. 

Eine Gruppe Männer, zum Teil in weissen Hemden, es schien als kämen sie von der Arbeit, fuhr mit dem Auto vor. Sie kannten den Wirt. Es gab eine grosse Begrüssung, dann setzten sie sich zu mir an den Tisch.

Einer schenkte Tee ein. Auch mir ein Glas. Ich bedankte mich und nahm einen Schluck. Dann wurde Reiswein, er wird immer in 3dl Pet-Wasserflaschen an den Tisch gebracht, ausgeschenkt, auch ich erhielt eines dieser kleinen Gläser gefüllt.

Wer nun meint, man trinkt und prostet den anderen zu, der irrt. Getrunken wird immer paarweise. Das geht so:

Jemand oder du selber forderst einen anderen zum Trinken auf. Dann wird etwas gequatscht. Ich denke, man sagt sich Nettigkeiten, das kann ganz schön lang dauern, daraufhin wird angestoßen,  dann ex runter mit dem Getränk und anschliessend wird dem Trinkpartner die Hand geschüttelt.

Sind alle Gläser leer, schenkt der, der den Reiswein bestellt hat, allen wieder nach und das Spiel beginnt von vorn. So kommt es vor, dass zwei, die gerade was bereden, immer wieder zusammen anstossen,  die anderen sich wechselnde Trinkpartner suchen.

Natürlich wollte ich nicht immer der sein, der als Trinkpartner ausgesucht wird, und so habe ich nach dem dritten Gläschen (da hat der Peter auch etwas Mut) versucht, die Initiative zu ergreifen.

In meinem Handy gab ich vorsichtshalber den Namen unseres berühmtesten Schweizers ein, drückte auf Bilder und war so gut vorbereitet.

Dann nahm ich mein eben wieder gefülltes Glas, wandte mich an den Herren im weissen Hemd neben mir und sagte: Roger Federer.

Er schaute mich kurz und fragend an, dann erwiderte er Roscher Fäderär, strahlte über alle vier Backen. Wir stießen an und tranken. Kaum hatten wir uns die Hände geschüttelt, waren die Gläser schon wieder voll. Ein anderer hob mir sein Glas entgegen und meinte: Roscher Fäderär! Er sagte noch dies und das. Ich nickte, wir stießen an, tranken aus und schüttelten uns die Hände.

Danach kamen Namen von Fußballern in die Gesprächsrunde. Und jeder hatte mehr als einen auf Lager. Ich erinnere mich noch an Ronaldo, Figo, Schweinsteiger, Messi, Robben usw. Wir verstanden uns alle prächtig.

Lediglich mit Shaquiri landete ich weit im Aus.

Sent from Nine
Okt.
24

Dem Schatten nach

Dem Schatten nach
Heute, es ist jetzt 15.12 Uhr, ist es zum ersten Mal so richtig heiß.  Ich schleiche dem Schatten nach und geniessen einen Eiskaffee.

Sent from Nine
Okt.
24

Nichtwissen als Genussverstärker - Imodium die Versicherung

Nichtwissen als Genussverstärker - Imodium die Versicherung
Die Chips'n'Beer-Malzeit habe ich gut verdaut. Wie bis anhin alles andere auch. Hoffen wir, dass es so bleibt (soviel zu John's Frage auf Facebook).

Ich denke, da ist eine grosse Portion Glück dabei. Ich versuche aber auch, das, was mir vorgesetzt wird, irgendwie einzuschätzen. 
 
Bin ich bei einer Familie eingeladen, geht das nicht. Da wird gegessen, was serviert wird. Eine Ablehnung eines Fleisch-Stücks wird dann akzeptiert, wenn ich ganz auf Fleisch verzichte (siehe temporärer Vegetarier).
Im Restaurant gehe ich immer in die Küche und suche mir etwas aus. Vielfach liegt Vorgekochtes in einer mehr oder weniger sauberen Ablage (Glasvitrine, bei deren Anblick unsere Lebensmittelkontrolleure den Salto schlagen und die Beiz auf ewig schließen würden). 
Ich versuche dann was frisch Gekochtes zu kriegen, oder ich geniesse das Essen im Wissen, dass ich Imodium dabei habe. 
Was genau ich jeweils esse, weiss ich nicht immer. Ich hatte auch schon das eine oder andere Fleisch in der Suppe oder auf dem Teller, bei dem das Nicht-Wissen wohl die einzige Möglichkeit für den Verzehrt war.
Ich muss aber klar sagen, mir schmeckt das Essen. Und Nudeln an Brühe (um die Suppe nicht Bouillon zu nennen) mit frischem, knackigem Gemüse zum Frühstück - welchem Biker schmeckt das nicht?
Vor dem Essen werden Stäbchen und Löffel (für die Suppe) mit kleinen weißen Papierservietten oder mit Papier ab der Rolle (Klopapier) gereinigt. Scheint mir eher eine Alibiübung, aber ich mach"s auch. Der Abfall wandert unter den Tisch.
Die Zeiten, an denen es Morgen-, Mittag- oder Abendessen gibt, sind relativ kurz bemessen. Nach den Mahlzeiten sieht es in den Esshallen aus wie auf einem Schlachtfeld. Bis zur nächsten Essenszeit ist aber alles weggewischt.
In grösseren Dörfern oder Städten wird am Strassenrand aber während fast des ganzen Tages immer etwas ausgebacken oder grilliert.
Legende zum Bild: Beim heutigen Abendessen ist alles klar: Reis, Rührei, Frühlingsrolle, Suppe mit Gemüse und Sojasauce. Lecker.
 
Sent from Nine
Okt.
24

Morgenstimmung am Lake Ba Be

Morgenstimmung am Lake Ba Be

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Okt.
24

Ziegelsteinbrenner

Ziegelsteinbrenner
Hier in den Bergen sieht man immer wieder Ziegelsteinbrenner. Sie leben sehr ärmlich, vielfach direkt im Dreck und Rauch neben den Hütten, in denen die Ziegel gebrannt werden.

Sent from Nine
Okt.
24

Flow durch den Tumbler

Flow durch den Tumbler
Schon bin ich wieder in Phu Thong, dem Städtchen ohne Namen. Die 5 Km lange Abfahrt hier runter war ein einziger Flow durch den Tumbler, gerade so wie ich es mag.

Es ist etwa 30 Grad und die Luftfeuchtigkeit derart hoch, dass über der ganzen Szenerie immer Dunst liegt. Für Landschaftsfotografen ein Graus. Der Hintergrund verschwindet immer im grauen Nichts.

Unterwegs hatte ich einen Trupp tschechischer Fotografen getroffen. Sie waren mit zwei Jeeps auf der Pirsch und konnten es sich überhaupt nicht vorstellen, dass man sich mit dem Bike hier auch bewegen kann. 

Sie haben mich nach HCMC eingeladen. Sind aber nicht mehr so lange hier. Wenn ich zurück in Hanoi bin und die Zeit passt, fliege ich kurz runter. Ihre Bilder interessieren mich schon.

Legende zum Bild. Ein Blick zurück auf den Weg aus dem Urwald.

Sent from Nine
Okt.
23

Romantisch verhungern oder: Touristenverarsche

Romantisch verhungern oder: Touristenverarsche
Die Romantik (siehe Bild von der Terasse meines Hotels) ist nur die eine Seite von Ba Be. 

Die andere heisst: Touristenverarsche!

Im ganzen Kaff ist kein Restaurant bereit, mir ein Essen zuzubereiten. Mag ja sein, dass ich außerhalb der Saison bin, aber das kann es nun wirklich nicht sein.

Bei meinem Hotelier scheint die Frau davongelaufen zu sein, im Laden vis a vis gibt's nur Chips (das Schlechteste, was ich bis jetzt gegessen habe) und Bier und im Lokal, das mir der Hotelier empfohlen hatte, regierte gähnende Leere und ein Mann auf einem Liegestuhl, der von Weitem abwinkte,  als ich das "internationale Zeichen" für Essen ansetzen wollte.

Ich bin dann noch durchs Kaff (ja, definitiv ein Kaff) gefahren, aber alles zu oder das bereits schon bekannte Abwinken. Also ungenießbare Chips und Bier zum Abendessen.

Was freue ich mich wieder auf die Lastwagen- Fahrer-Beizen, wo der Gast willkommen ist! Morgen bin ich weg!

Sent from Nine
Okt.
23

Lake Ba Be 3

Lake Ba Be 3
Wobei wir wieder bei den Gegensätzen wären.

Sent from Nine
Okt.
23

Lake Ba Be 3

Lake Ba Be 3


Sent from Nine
Okt.
23

Lake Ba Be 2

Lake Ba Be 2


Sent from Nine
Okt.
23

Lake Ba Be 1

Lake Ba Be 1

Sent from Nine
Okt.
23

Jetzt weiss ich, ...

Jetzt weiss ich, ...
... warum sie Wasserbüffel heissen. 

Sie tauchen den Kopf ganz langsam und genüsslich unter die Wasseroberfläche und kommen dann tief schnaubend wieder hoch.

Sent from Nine
Okt.
23

Im Ba Be Nationalpark

Im Ba Be Nationalpark
Viele haben mir geraten, den Ba Be Nationalpark zu besuchen. Heute bin ich hier. Natur und Ruhe pur oder müsste ich sagen, vom Feinsten.

Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

Ich hatte mir gestern die Route im Internet rausgesucht und dabei gleich noch ein romantisches Homestay gefunden (ich glaube fast das einzige im Internet) 

Mr Linh's Homestay. Den Namen gilt es sich zu merken, aber nicht im Positiven! Warum?

Ich hatte gestern angerufen und nach einem Zimmer gefragt. Angeboten hat man mir ein Doppelzimmer zur Einzelbelegung für 25 Dollar. Ich sagte zu und fuhr heute morgen früh los. 

Nach rund 40 Kilometern empfing mich der Nationalpark mit unzähligen knackigen Aufstiegen. Plötzlich war die Strasse zu Ende (ich hatte wohl eine Abzweigung verpasst) und ich wechselte auf eine Fähre.

Danach war es nicht mehr weit. Das Homestay lag idyllisch. Weniger idyllisch dann die Dame an der Rezeption. Sie skypte gerade und schenkte mir trotz meiner Begrüssung keine Beachtung. Nach einer gewissen Zeit stand ich hinter sie und blickte provokativ auf ihren Bildschirm.

Sie skypte weiter. Jetzt war ich mir sicher, dass sie mit ihrem Lover rumturtelte.

Nach etwa zehn Minuten legte sie das Handy beiseite. 

Ich sagte, ich hätte ein Zimmer reserviert. Sie wandte sich ab und schrie etwas Richtung Treppe.

Jetzt kam eine zweite Dame, blickte mich ziemlich gelangweilt an und legte eine A4 Doppelseitig vor mich. 

Ich zeigte auf das Doppelzimmer, sagte, ich hätte reserviert, aber sie schüttelte den Kopf. Besetzt, meinte sie mürrisch, zeigte auf das Bild eines Sechserzimmers (Also Massenschlag und so) und wandte sich ab.

Beide verschwanden und ließen mich wortlos am Tisch zurück. Ich schaute mich noch etwas um, aber als ich fünf Minuten später immer noch alleine da sass, verließ ich das Homestay.

Ich hatte schon auf dem Weg dahin die eine oder andere Übernachtungsmöglichkeit gesehen. 

Gelandet bin ich im Nha nghi (Hotel) Hoa Lan. Die haben zwar keinen Internet-Auftritt, aber es ist sehr sauber, einfach und der Chef und ich sitzen derzeit zusammen auf der Terasse, trinken Tee und bearbeiten unsere Handys.

Sent from Nine
Okt.
22

Apero-Time mit Knoblauch

Apero-Time mit Knoblauch
Heute mal was Fritiertes. Es war ein ausgebackener Reisteig mit einem Stückchen Fleisch. Dazu eingelegter Knoblauch und Fischsauce. Das regt den Appetit so richtig schön an.

Sent from Nine
Okt.
22

Ein grosses Geschenk

Ein grosses Geschenk
Nach dem Frühstück (mit der Hotelierstochter) und dem Bike-Wash ging ich die nähere Umgebung erkunden. Da sah ich dieses Ehepaar. Es sass auf einem Bänklein vor der Hütte und winkte mir zu. 

Die beiden alten Menschen strahlten Ruhe und Zufriedenheit aus. 

Ich hielt an, fragte ob ich ein Foto machen dürfe und sie nickten. Dann lud die Frau mich mit einer Handbewegung ein, ich solle mich neben sie setzen. 

So sassen wir nun zu dritt in der Morgensonne auf diesem kleinen Bänklein, hörten den Hühnern zu oder schauten den Motorrädern nach, wenn sie vorbeifuhren. Kein Wort wurde gewechselt. Einfach sitzen und schweigen.

Dann tauchte ein Mopedfahrer auf, begrüsste mich in ziemlich barschem Ton auf englisch, stellte sich als Tom vor und: "Ich bin Polizist!"

Daraufhin liess er seinen Roller etwas rückwärts rollen, griff zum Handy und telefonierte.

Die Frau und der Mann, in deren Mitte ich sass, schwiegen immer noch. Der Polizist schaute grimmig und telefonierte.

Plötzlich beendete er das Gespräch,  startete seinen Roller, rief mir zu "OK! ' und fuhr von dannen. 

Ich blieb noch etwa zehn Minuten bei den beiden Alten sitzen. Zum Abschied lachten sie. Gerne hätte ich ihnen gesagt, welch grosses Geschenk ihre Austrahlung der Ruhe und Zufriedenheit für mich war.

Sent from Nine
Okt.
22

Bike-Wash today

Bike-Wash today
Wenn schon Pause, dann richtig!

Die Technik an meinem Scott-Bike funktioniert bis jetzt hervorragend.  

Insbesondere der wartungsfreundliche Zahnriemen hat sich bewährt. Bei den Aufstiegen vermisse ich die kleinen Übersetzungen meines Bikes aber schon etwas.

Überall, wo ich hinkomme, wollen sie eine Runde mit dem Bike drehen. Den meisten ist es zu gross. Die anderen kommen mit den Pedalen nicht zurecht und die letzten fallen vor dem Gelächter aller um, weil die Scheiben einfach zu gut bremsen.

Legende zum Bild: Nach der Wäsche wurde noch der Reifendruck kontrolliert und dann aufgepumpt. Ein Ventil an der Pumpe gab es nicht, lediglich einen Schlauch. Entspechend lange wurde gepumpt und gepumpt und gepumpt. 

Sent from Nine
Okt.
21

Flussbett ...

Flussbett ...
Ab und an lugt ein Stück Beton hervor. Das heisst dann Strasse.

Sent from Nine
Okt.
21

Einfach Harmonie

Einfach Harmonie
Sent from Nine
Okt.
21

Fünfzehn Kilometer Flussbett

Fünfzehn Kilometer Flussbett
Das hätte heute eine easy Etappe werden sollen. Ein rund 10 Kilometer Aufstieg auf gegen 1000 Meter, dann eine rasante, ebenso lange Abfahrt und fertig. Einfach nur easy. Die Berge und den Urwald geniessen, Fotos schiessen. So war es geplant.

Vielleicht hätte ich auf das Zeichen des Himmels morgens um drei hören sollen. Unbändiger Regen weckte mich. Ich erwartete jede Minute den Einbruch der Wassermassen ins Hotelzimmer, aber bis zum Aufstehen blieb es trocken - im Zimmer!

Draussen dicker Nebel und Regen. Als es aufhörte, wie ich meinte, entschloss ich mich zu starten und auf das Frühstück zu verzichten. Dass war neben dem Start Fehler Nummer zwei.

Ich war noch keine fünf Minuten unterwegs kam der nächste Regenguss. Ich entschied mich (Fehler Nummer 3) für die Weiterfahrt und zog meine in Hanoi erstandene, absolut unatmumgsaktive Regenpellerine über. Fünf Minuten später war ich genau so nass wie ohne dieses Teil aus reinem, aber sicher nicht wasserdurchlässigem Plastik. (Wassersäule nach oben offen, müsste auf dem Werbe-Ettiket stehen).

Nach der Abfahrt hinunter zu meinem Etappenziel in Phia Dem war ich triefend nass. Es war immer noch Vormittag und ich freute mich auf eine Dusche und ein trockenes Zimmer. 

Nur gab es hier weder Duschen noch Zimmer. Ein dreckiges, ungepflegte Dorf. Ein paar Schweine, viel Gestank und drei betrunkene Männer in einem erschreckend düsteren Loch. Dass war die Dorfbeiz.

Also straight durch und weiter. 

Der Regen hatte aufgehört, ausgleichend wurde die Strasse immer schlechter. Es ging runter und runter und nachdem ich die weggespülte Brücke (Bild) passiert hatte, kam es mir vor, als würde ich ein Flussbett runter schleichen, aus dem ab und an ein Stück Beton hervorlugte.

Tief im Tal unten angekommen ging es in diesem Stile weiter. Bike durch das Flussbett schieben, 10 Meter Strasse fahren und dann wieder schieben. Links und rechts der Strasse immer wieder ganz ärmliche Hütten. Die Kinder riefen nicht mehr Hello sondern streckten die Hand aus und riefen Money, Money.

Es schien eine Ewigkeit zu dauern, bis ich in Na Pac ankam. Hier war meine alternative Nächtigungsmöglichkeit. Mittlerweile war es 14 Uhr und ich schon ziemlich "uf d Stümpä". 

Wie das Tal, das ich gerade verlassen hatte, war Na Pac aber sehr unsympathisch.  Als ich mir eine Cola bestellen wollte und nach dem Preis fragte, griff die Verkäuferin gleich nach meinem Geldbeutel und wollte sich holen, was sie meinte, würde ihr zustehen.

Ich reagierte sehr energisch und gab ihr einen 10'000 er. Sie wollte mehr. 

Ich gab einen zweiten. Dann nickte sie. 

Ich schüttelte den Kopf und sagte auf Deutsch und mit Nachdruck: "Ich lass mich nicht über den Tisch ziehen", stellte die Cola in den Eisschrank und forderte mein Geld zurück.

Jetzt lenkte sie ein und ich kriegte die Cola für 15'000. Der Ort war mir aber sofort unsympathisch und ich zog, trotz müder Beine weiter. Bis  Bac Kan waren es noch 40 Kilometer und ein, zwei Übergänge, die würde ich schon noch schaffen.

Rund 20 Kilometer vor Bac Kan fand ich dann ein kleines, sauberes Hotel. Hier bin ich nun, weiss aber nicht, wie das Dorf heisst.

Sent from Nine
Okt.
20

Land der Gegensätze

Land der Gegensätze
Auf nur ein paar Kilometern: Romantik pur und kurz danach eine Zementfabrik.

Sent from Nine
Okt.
20

Karaoke oder Bombenangriff

Karaoke oder Bombenangriff
Es ist noch ein zweiter Gast angekommen. Ich glaube, ein Lastwagenfahrer, dem das Gefährt kurz vor der Anhöhe stehen geblieben ist. 

Doch heute Abend, so sagt uns die Reklame (unten rechts im Bild). soll Karaoke sein. Bin gespannt, was der Lastwagenfahrer trällert. Wohl Frank Zappas "Joe's Garage".

Aperotime im Restaurant: Der Chef hängt belämmert auf einem Sofa, seine Frau döst vor dem Computer, die Servierkraft schlurfte im dreckigen Trainingsanzug vorbei und wer etwas bestellen möchte, kriegt ein Gesicht zu sehen, als säßen wir in einem Bunker und würden auf den nächsten Bombenangriff warten.

Dann bestelle ich jetzt mal das Essen.

Sent from Nine
Okt.
20

Die Treppe

Die Treppe
Der einzige Zugang zum Hotel. Da gehe ich heute nüchtern auf's Zimmer.

Sent from Nine
Okt.
20

Wie Kunstwerke in der Natur

Wie Kunstwerke in der Natur
Reisterrassen fügen sich wie Kunstwerke in die Natur. Sie passen sich ihr an und geben den Menschen hier ein bescheidenes Einkommen.

Apropos Einkommen. Ich sitze an der Strasse vor dem Hotel auf dem Berg. Pampa pur. Nur wenig Verkehr kommt vorbei. Da erscheinen zwei Frauen, legen an der Strasse etwas zum Verkaufen aus und warten. 

Ich frage mich, wem sie hier was verkaufen wollen. Kein Mofafahrer hält an. Was sie verkaufen, sehe ich nicht, aber sie haben einfache Waagen dabei.

Plötzlich taucht ein Regionalbus auf. Seine Zieldestination Cao Bang. Ein ganzer Haufen Frauen sprintet aus dem Bus und der Handel beginnt.

Zehn Minuten später ist alles vorbei. Der Bus fährt ab. Die beiden Frauen packen zusammen und verschwinden. 

Sent from Nine
Okt.
20

Von Bergen und Schlangen

Von Bergen und Schlangen
Jetzt bin ich definitiv in den Bergen angekommen. Ich nächtige etwa 6 Kilometer vor Tinh Tuc auf rund 900 Meter über Meer.

Ein altes, heruntergekommenes grosses Hotel steht da. Alles etwas zerfallen, aber immer noch besser als hier oben draussen schlafen.

Der Weg von Cao Bang hier hoch war etwas vom Besten, was ich bis jetzt erfahren durfte. Kleine Dörfer am Strassenrand und Reisterrassen soweit das Auge reicht. Und im Dunst der Ferne immer diese kleinen, wild-bewachsenen Berge und Täler. Da müssen die Hobbits hergekommen sein.

Dem Hotel vorgelagert ist das Restaurant. Das Hotel selbst ist nur über eine schwindelerregende rostige Treppe zu erreichen. Gerade als ich ankam, sassen ein paar Männer im Restaurant und prosteten sich mit Shots zu. Ich lehnte die Einladung dankend ab, kam doch der Schnaps aus der Flasche, die ich hier (siehe Bild) in einer Detailaufnahme zeige. 

Legende zum Bild: Es heisst, die Schlange im Schnaps soll magische Kräfte verleihen. Ich verzichte drauf.

Sent from Nine
Okt.
19

Im Bus oder: Die untreue Seele

Im Bus oder: Die untreue Seele
Ich bin eine untreue Seele. Kaum ist das liebliche Tal der hundert Gugelhupfe hinter mir, finde ich einen neuen Lieblings-Gugelhupf (siehe Bild). Doch eigentlich wollte ich über die Busfahrt zum Ban Gioc Wasserfall berichten. 

Der Bus fährt langsam aus Cao Bang raus. Immer wieder gibt er Hupzeichen und aus den Stassencafes rennen neue Fahrgäste heran. Manche steigen ein.  Andere geben einen Plastiksack zum Transport ab.

Neben dem Chauffeur ist eine in gelb gekleidete junge Frau als Kondukteurin an Bord. Der Bus schaukelt und windet sich durch den Morgenverkehr. Sie kassiert ein, nimmt die Gepäckstücke (bis auf einen üppigen Blumenstrauß alles Plastiksäcke) in Empfang, und es dünkt mich, ausser mich kennt sie jeden Fahrgast. Sie quatschen, lachen und der Chauffeur bringt sich immer auch noch mit ein. 

Sagt man bei uns, der Regionalverkehr hält an jeder Milchkanne, dann hält er hier einfach überall. Will jemand ein- oder aussteigen, der Bus hält.

Auf unserem Weg zu den Wasserfällen passieren wir viele kleine Dörfer. Zwei sind mir in besonderer Erinnerung.

Das Schmiede-Dorf, gefühlte 12 Häuser gross, davon sechs Messerschmiede, die die für hier typischen Messer mit den breiten Klingen und dem Holzschaft herstellen.

Und das Lastwagen-Dorf.  Auch etwa 12 Häuser gross, aber überall, davor, dahinter, auf der Strasse und auf Plätzen stehen die übergroßen Lastwagen, Heck an Heck und laden Säcke um. Ich konnte sie nicht zählen, aber es schien kaum mehr aufzuhören. In den Säcken, die umgeladen wurden, war wohl Reis.

Stau. Der war kurz vor dem Lastwagendorf. Zwei dieser grossen Dinger wollen kreuzen. Aber auf der eh schon schmalen Strasse liegt, wie das so üblich ist - die Strasse gehört allen und unser Lasti-Giezendanner würde jetzt stämpfelen, schreien und toben, - liegt fein säuberlich ausgebreitet Reis zum Trocknen. Erst als der Bauer kommt und den Reis sachte auf die Seite schiebt, geht es weiter. 

Der Bus hält immer wieder. Jeder darf aussteigen, wo er möchte. Ein Fahrgast holt schnell ein Päckli von der Post, der Bus wartet. 500 Meter weiter steigt er aus. 

Immer wenn ein Päckchen abgeholt wird, wird der jungen Dame in gelb etwas bezahlt. Meine Beobachtungen gehen dahin,  dass sie zwei Kassen führt und das Geld als kleinen Zustupf mit dem Chauffeur teilte.

Wer wundert sich ob all dieser Begebenheiten, dass der Bus für rund 70 Kilometer fast drei Stunden benötigte.

Sent from Nine
Okt.
19

Juwel nah der Grenze zu China

Juwel nah der Grenze zu China
Ausflug ab Cao Bang. Heute bleibt das Bike bleibt in der Garage.

Nach rund zweieinhalb Sunden Busfahrt nah an die Grenze zu China wartet der Ban Gioc Wasserfall. Ein Juwel inmitten einer bizarren und immer wieder überraschenden Natur.

Sent from Nine
Okt.
18

Vegetarier auf Zeit

Vegetarier auf Zeit
Nachdem ich mein Bike kurz vor Cao Bang neben den Mofas an einen Pfosten gestellt hatte, ging ich den steilen Weg hinunter zur Terasse. Fünf Männer sassen da und tranken Tee.

Irgend etwas kam mir komisch vor, passte nicht ins Bild. Es sah nicht wirklich nach Restaurant und Essen aus, aber es roch danach. 

Unter den Männer einer in einem weißen Gewand und üppigem Stirnband. Rechts war das Haus, die Terasse ging dahinter weiter. Jetzt erblickten sie mich, riefen "Hallo" und winkten mich zu sich. Von der Terasse hinter dem Haus lugten Kinder und Frauen hervor. Sie waren alle in weiss gekleidet wie der Junge Mann.

Als ich bei den Männer unten war, erkannte ich meinen Irrtum. Ich war in ein Familienessen geplatzt. Die Männer waren bereits fertig, tranken Tee und Reisschnaps und die Frauen saßen auf der Terasse hinter dem Haus mit den Kindern am Tisch, assen und plauderten.

Ich wollte wieder verschwinden,  aber dazu gab es keine Gelegenheit mehr. Sie luden mich ein zu Tee und Schnaps (die Zeremonie kenne ich mittlerweile, ex runter und dann die Hand des Trinkpartners schütteln) und dann wurde für mich Essen bereit gestellt.

Reis, zwei verschiedene Gemüse und zwei Sorten Fleisch, bei deren Anblick ich zum temporären Vegetarier wurde (übrigens das erste Mal auf meiner Reise, dass ich etwas nicht ass). Alles andere schmeckte köstlich.

Bevor ich mit dem Essen begann, holte der Herr des Hauses seine Digi-Cam, damit er mich beim Essen filmen konnte. 

Ich bedankte mich bei den Frauen für das Mittagsmenü, dann setzte ich mich wieder draussen zu den Männern hin und trank mit ihnen Tee.

Wir schauten uns das Video an, wie ich ass und sie klatschten und freuten sich (von meiner Seite kein Kommentar zum Video ;-) ). Die Unterhaltung beschränkte sich auf das Woher, Wohin und meine Art des Reisen,  die allenthalben immer wieder bewundert wird. 

Nach gut einer Stunde verabschiedete ich mich. Ich wollte für das Essen bezahlen, aber das durfte ich nicht. 

Legende zum Bild: Der Hausherr und Vater (links), sein Sohn in weiss und weitere Gäste, mit denen ich angestoßen hatte. Die Kinder und Frauen waren zu diesem Zeitpunkt leider weg. Ich hätte gerne die ganze Gesellschaft auf dem Bild gehabt.

Sent from Nine
Okt.
18

Viele Mofas machen noch keine Beiz

Viele Mofas machen noch keine Beiz
Eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, dass viele Mofas am Strassenrand nicht unbedingt gleichzusetzen sind mit einem Restaurant. Doch davon später.

Die Abfahrt nach der Staubhölle war die reinste Wellness-Kur. Nur alle paar hundert Meter ein Schlagloch. Dazwischen faust-tiefe Risse im Belag über die ganze Strassenbreite.

Hinter Dong Khe das Kontrastprogramm. Ein liebliches Tal mit kleinen gepflegten Häusern an der Strasse öffnete sich. Alle waren auf den Feldern mit der Reisernte beschäftigt.  Hier kreuzten auch wieder Schmetterlinge meinen Weg.

Immer wieder gab es Aufstiege, so kleine Übergänge in die nächste Talebene ohne Reis-Felder links und rechts der Strasse. Wenn es dann ganz still war, hörte ich das pralle Leben des Urwaldes und mir war klar, abseits der Strasse hatte ich nichts zu suchen.

Bis jetzt hatte ich auf meinen Etappen das Mittagessen immer verpasst,  weil ich immer erst nach dem Mittag am Etappenziel ankam. Das sollte mir heute nicht mehr passieren. 

Vor meinem geistigen Auge sah ich so ein kleines Restaurant, die Terasse im Schatten von Bananenpalmen mit Blick auf den kleinen grünen Fluss, dem ich seit rund fünf Kilometern folgte.

Ich war kurz vor Cao Bang da sah ich genau das. Links an der Strasse stand ein ganzer Haufen Mofas. Eine Fahne wehte im schwachen Wind und etwa 10 Meter unter der Strasse die Terasse im Palmenhein. Es roch verlockend nach Essen.  Ich stieg in die Eisen.

Weiter im Blog "Vegetarier auf Zeit"

Legende zum Bild: Reisernte hinter Dong Khe. 

Sent from Nine
Okt.
18

Die Hölle ist staubig ....

Die Hölle ist staubig ....
Oder: Lastwagen überholt Biker.
 
Rund 300 Höhenmeter gab es in dieser Staubhölle zu bewältigen. Und dabei hatte ich noch Glück. Heute ist Sonntag und es hat (relativ) wenig Lastwagen unterwegs.
 
Jetzt habe ich noch gut 30 Kilometer bis zur Dusche.
 
Sent from Nine
Okt.
17

Das erwartet mich morgen: Dirt Track .....

Auszug aus der Website "Offroad Vietnam":

The road between Dong Khe and That Khe is one of the most challenging parts of the whole Northeast motorcycle ride. It is either dusty and bumpy (dry season) or wet and muddy (in wet season). Be prepared for this dirt track.

http://www.offroadvietnam.com/planning/destination-maps/that-khe

Und ich bin mit dem Bicycle unterwegs.

Sent from Nine
Okt.
17

Soul of the North

Soul of the North


Sent from Nine
Okt.
17

Und es läuft, .....

Und es läuft, .....
... knattert, stinkt und hat voll beladen einen beängstigenden Bremsweg.

Sent from Nine
Okt.
17

Alles beginnt mit einem Lächeln

Alles beginnt mit einem Lächeln
Auf meinem morgendlichen Spaziergang an den Stadtrand traf ich die beiden. Sie saßen im Schatten auf der anderen Strassenseite und lächelten, als ich zu ihnen rüber blickte.

Ich lächelte zurück und winkte.  Jetzt strahlten sie, ich ging auf sie zu.

"Xin chau", grüsste ich und das Lachen wurde noch herzlicher. Amüsierten sie sich über meine Aussprache?

Ich glaube nicht. Denn sofort begannen sie zu erzählen und zu fragen, nur ich verstand nichts.

Auf die Frage, ob ich ein Foto machen dürfe, zierten sie sich zuerst. Doch ich durfte und sie schienen es zu geniessen.

Zum Abschied zeigte ich ihnen ihr Bild auf dem Handy. Sie freuten sich mit einem verschmitz verschämten, aber ebenso herzlichem Lachen und winkten mir noch lange nach.

Sent from Nine
Okt.
17

Vieles wird wieder verwertet

Vieles wird wieder verwertet
Sie verwerten das Material von ausgedienten Spielapparaten, inklusive der darin enthaltenen wertlosen Münzen. 

Zum Schluss darf das Selfie mit mir nicht fehlen. 

Sent from Nine
Okt.
17

Cheschtenä-Ziit

Cheschtenä-Ziit
Luz Walser auf vietnamesisch.

Sent from Nine
Okt.
17

Schmeckt fast wie ein Cervelat

Schmeckt fast wie ein Cervelat
Auf Wunsch wid die Wurst aber noch in ein mit fettiger Flüssigkeit bestrichenes und getoastetes Brot gelegt.

Sent from Nine
Okt.
17

Touristen willkommen, ...

Touristen willkommen, ...
aber ich bin weit und breit der einzige. Und ja, ich fühle mich wohl.

Sent from Nine
Okt.
16

Und immer wieder ....

Und immer wieder ....
.... Vietnam pur.

Sent from Nine
Okt.
16

Pause in Lung Vai

Pause in Lung Vai
Viel Platz auf der Strasse bleibt da nicht mehr.

Sent from Nine
Okt.
16

Apero-Time in That Khe

Apero-Time in That Khe
Vater und Sohn rollen vor meinen Augen ein saftig gebratenes Schwein an. Fünf Minuten später ist angerichtet und der Verkauf beginnt.

Sent from Nine
Okt.
16

Staub, Schlaglöcher und etwas vom Wetter

Staub, Schlaglöcher und etwas vom Wetter
Zuerst etwas zum Wetter: Für einen Trip meiner Art ist es in dieser Jahreszeit schlichtweg super. Zwar fragen mich die Vietnamesen beim Morgen-Tee am Strassenrand jeweils, ob ich nicht friere.
 
Es ist morgens um halb neun. Ich habe die ersten Kilometer hinter mir und sitze kurz-kurz beim zweiten Tee. Ein frisches Lüftchen kündet einen weiteren sonnigen Tag an. Noch liegt etwas Nebel in den Tälern, aber mit 20 Grad ist es angenehm.
 
In Hanoi hatte ich einen Regentag erlebt und auf der ersten Etappe nach Thai Nguyen musste ich einmal für kurze Zeit die Regenpellerine, die ich mir noch erstanden hatte, überziehen. Seither wurde das Wetter immer besser: Seit drei Tagen Sonnenschein pur und über Mittag etwa 30 Grad. Mehr als genügend heiß für die vielen kleinen Aufstiege an der prallen Sonne. 
 
Die Strecke heute ist eine Herausforderung. Schlaglöcher und Staub. Jetzt ziehe sogar ich eine Art Staubmaske an. Mein Buff bewährt sich einmal mehr.
 
Die Straße ist zum Teil derart schlecht, dass ich, um keinen Plattfuß zu riskieren, das Bike ab und an schiebe. Mopeds, Lastwagen, Busse und vor allem diese riesigen 6-Achser kämpfen sich zum Teil im Schritttempo vorwärts.
 
Nach gut zehn Kilometern (in Lung Vai) ist der Spuk vorbei. Hier geht eine noch schlechtere und kleinere Strasse weg und alle grossen Lastwagen zwängen sich in diese Richtung oder kommen von daher. (siehe Bild Pause in Lung Vai).
 
Danach führte mich meine Route immer entlang der rechten Talflanke Richtung That Khe.  Links unter mir ein wildbewachsenes Flussbett. Rechts am Hang sind immer wieder die Auswirkungen des Taifun Haiyan, der ganze Gebiete von der Umwelt Abschnitt, klar ersichtlich.
 
Legende zum Bild: Immer wieder Überreste von Schlammlawinen, die die Strasse unpassierbar gemacht hatten.

Sent from Nine
Okt.
15

Total daneben

Total daneben
Da lag ich mit meiner Einschätzung, die Menschen hier seien eher abweisend, aber total daneben.

Direkt vis a vis des Hotels hat es zwei Restaurants. Diese sehen so aus, wie wenn im hinteren Teil einer Garage gekocht würde und vorne viele kleine Tische mit kleinen Stühlen aufgebaut sind. Das eine hat rote Stühle das andere blaue.

In dem mit den roten Stühlen hatte ich am Nachmittag, gerade als sie alles aufstellten, ein Bier getrunken. Ich habe mir dann erlaubt, die einfache Küche zu begutachten und entschied mich, da zu essen. Drei Mädchen und eine Mama waren am Rüsten. Alles frisch. Um 7 gab es Abendessen, wie ich umständlich erfuhr.

Punkt stand ich auf der Matte und setzte mich an einen Tisch. Sie lachten, freuten sich und luden mich ein, mit ihnen zu essen. Alles war vorbereitet und aufgedeckt. Sie hatten schon für mich mitgekocht. Reis, Suppe, Fleisch, Gemüse, frittierte Kartoffeln und zwei Gerichte, von denen ich keine Ahnung hatte, was es war. Aber alles, inklusive die eingelegten Früchte zur Nachspeise, war köstlich. Cam on!

Legende zum Bild: Die Chefin und ihre drei Töchter mit unserem feinen Essen. Die beide Söhne waren abwesend.

Sent from Nine
Okt.
15

Alteisen-Sammlerin in Dong Dang

Alteisen-Sammlerin in Dong Dang
Erinnert mich an Jesus auf dem Weg zur Kreuzigung.

Sent from Nine
Okt.
15

Van Quan: Eine Reise wert

Van Quan: Eine Reise wert

Sent from Nine
Okt.
15

Zurück von der Schule

Zurück von der Schule
Oder: Über diese Brücke musst du gehen. Im Hintergrund wäscht seine Mutter Kleider.

Sent from Nine
Okt.
15

Reisterrassen, Wasser und dann Staub in Dong Dang

Reisterrassen, Wasser und dann Staub in Dong Dang
Die Veränderung kam mit oder in Binh Gia. Plötzlich waren die "Hällow" verstummt. Auch das Winken war fast gänzlich verschwunden.

Ich setzte mich an der Hauptkreuzung auf die Stühle beim Busbahnhof. Niemand kam. Niemand fragte. Ich studierte meine Karte, überlegte, ob ich nun tief in die Berge mit wohl einem happigen Pass fahren sollte, oder doch so, wie ich es geplant hatte, nach Dong Dang.

Ich entschied mich für Dong Dang. Und das war richtig. Reisterrassen, viel Wasser aber euch einige passähnliche Übergänge mit einigen Höhenmetern warteten auf mich und immer wieder kreuzten Schmetterlinge meinen Weg. Eine Etappe wie aus dem Bilderbuch.

Das Kontrastprogramm erlebe ich jetzt am Etappenziel. Ich sitze im Zentrum mit vielen Einheimischen auf Kinderstühlen im Staub. Lastwagen (vor allem Auflieger mit vorne drei und hinten drei Achsen) donnern hupend, staubend und stinkend vorbei. Ganz in der Nähe ist ein Steinbruch. Die meisten Läden sind um diese Zeit geschlossen.

Wenn mal eine Minute lang kein Lastwagen kommt, ist es fast idyllisch hier. Der Schatten unter den Bäumen ist aber das Beste an diesem Ort.

Übrigens: Wer meint, Zigaretten oder Zigarren würden stinken, der sollte sich mal an diese Kreuzung setzen.

Sent from Nine
Okt.
14

Abendstimmung, Hotel- und Preise

Abendstimmung, Hotel- und Preise
Abendstimmung über Bac Son. Mit dem Sonnenuntergang erwacht das Leben auf der Straße wieder. 

Die jungen Menschen stehen in Trauben auf ihren Mopeds beisammen und plaudern. Dann gehen sie in einer der Garküchen essen. Um neun, so hat man mir gesagt, ist Karaoke angesagt. Mal sehen. Wenn ich nicht vorher einschlafe gehe ich hin.

An dieser Stelle etwas zu den Hotelpreisen. Hier im Hotel Binh Huong,  das beste Haus am Platz, wie man mir versicherte, bezahle ich 200'000 Dong pro Nacht. Was etwa 9 Franken entspricht. Ein Hanoi Bier oder eine Coke, so man denn eine kriegt, RedBull ist viel einfacher erhältlich, kosten egal wo immer etwa 10'000 Dong (45 Rappen).

Zimmer und Bad sind mittelsauber, Lebewesen sehe ich keine. Auf dem Fenstersims im Bad liegen noch gebrauchte Einweg-Rassierklingen, ansonsten wirkt das Bad geputzt. Eine Dusche im herkömmlichen Sinne, wie wir sie kennen, gibt es nicht. Es fehlt Vorhang und Duschwanne. Lediglich eine Brause (mit Warm-Wasser) ist vorhanden, das Duschwasser läuft über den Badezimmerboden in einen Abfluss. Deshalb hat es in jedem Hotelzimmer auch Badeschlarpen.

Die sehen aber derart alt und ausgelascht aus, dass ich froh bin, meine eigenen dabei zu haben. Dies gilt auch für den Seidenschlafsack, auch wenn ich der Ansicht bin, hier ginge es auch ohne.

Positiv vermerkt werden muss die Wäscherei. 24 Sunden oder länger Service gibt's hier nicht. Vier Stunden nach der Abgabe liegt die Wäsche sauber und verpackt wieder bei der Recepition bereit.

Sent from Nine
Okt.
14

Besuch in der Ziegelei

Besuch in der Ziegelei
Auf meinem Ausflug ins Hinterland von Bac Son besuchte ich eine Ziegelei. Hier bot sich mir ein Bild wie ich es auch auf einigen Strassen-Baustellen sah: Viele Frauen verrichten untergeordnete Arbeiten, oder wie auf dem Bild: Mann schaut zu, Frau schuftet.

Sent from Nine
Okt.
14

Ein letzter Blick zurück

Ein letzter Blick zurück
Richtung Dinh Ca

Sent from Nine
Okt.
14

"Tal der 100 Gugelhupfe"

"Tal der 100 Gugelhupfe"
Mein Kartenmaterial stösst hier an seine Grenzen. So nenne ich das Tal, das ich zwischen Dinh Ca und Bac Son durchfahren habe, das "Tal der 100 Gugelhupfe". 

Sent from Nine
Okt.
14

Bergauf: Gutes Zeichen für die Zukunft?

Bergauf: Gutes Zeichen für die Zukunft?
So habe ich mir die gut 40 Kilometer nach Bac Son nicht vorgestellt. Ich ging zwar davon aus, dass es hügelig werden könnte, aber doch nicht so. 
 
Kaum hatte ich Dinh Ca in nordwestlicher Richtung verlassen, änderte sich das Landschaftsbild. Nur noch vereinzelte Häuser, einfach, aber mehrheitlich gepflegt und sauber. Daneben Reis-, oder Maisfelder und viele kleinere Gärten. 
 
Ich war noch keine fünf Kilometer unterwegs sah ich am Strassenrand eine für Hochzeiten typische Dekoration. Ein farbenfrohes Zelt, schön aufgedeckte Tische und viele gutgekeidete Gäste. 
 
Diese Gelegenheit musste ich beim Schopf packen. Davon wollte ich ein Bild haben. Doch weit gefehlt. Ich durfte nicht fotografieren. Zuerst gab es Tee, Knabberzeugs und Reisschnaps. 
 
Jeder wollte mit mir anstoßen und dann ex und hinunter. Wohlgemerkt, es war morgens um halb neun!  
 
Der Brautvater, der Bräutigam, der Schwiegervater (so nehme ich an) und noch einer und noch einer. Alle wollten mit mir anstoßen und anschließend die Hand schütteln, doch ich konnte nicht mehr und musste jeden weiteren Schnaps mit einem gewissen Nachdruck ablehnen.
 
Ich bereite mit viel Lachen meinen Abschied vor, bedankte mich beim Bräutigam und machte das Abschiedsbild. (Auf Bilder beim Schnapstrinken verzichtete ich.) Als ich mich aufs Rad setzten wollte, lachte die ganze Gesellschaft lauthals und winkte mir zu. Ich hatte meinen Rucksack vergessen.
 
Dass es dann im Verlauf der nächsten Kilometer fast nur bergauf ging, mag ein gutes Zeichen für die Zukunft des Brautpaare gewesen sein.
 
Legende zum Bild: Die Braut (in rosa), der Bräutigam (links von ihr) und die Trauzeugen. 
 
Sent from Nine
Okt.
13

Biker-Wäsche

Biker-Wäsche


Sent from Nine
Okt.
13

Breakfast in Dinh Ka

Breakfast in Dinh Ka
Die Köchin gart einen weißen,  dickflüssigen Teig (ich meine aus Reis) ganz dünn aus und dreht ihn mit einem Stab auf. So wird das Ganze wie ein grosses, puddingschlabbriges (Spätzle-)Ding, das sie mit der Schere zerkleinert. 

Garniert mit gerösteten Zwiebeln und serviert zusammen mit einer feinen Brühe mit ganz viel frischen Kräutern ist mein Frühstück nach kurzer Zeit verzehrt bereit. 

Dazu Grünte und der Tag ist geritzt.

Sent from Nine
Okt.
13

Idyllische Ruhe

Idyllische Ruhe
Abseits der Hauptverkehrsachse herrscht idyllische Ruhe. 

Sent from Nine
Okt.
12

Ein Bild pro Tag reicht hier definitiv nicht ......

Ein Bild pro Tag reicht hier definitiv nicht ......
Impressionen aus Dinh Ca. 

Ich hatte immer gedacht, ich könnte auf das Wesentliche fokussieren. Heute ist das einfach nicht möglich.

Sent from Nine
Okt.
12

Hauptstraße aus der Rückansicht

Hauptstraße aus der Rückansicht
Dinh Ca beim Nachmittags-Spaziergang

Sent from Nine
Okt.
12

Vietnamesisch ab Handy

Vietnamesisch ab Handy
Dinh Ca ist erreicht und mein Englisch kann ich einpacken. Aber das ist nur auf der ersten Durchfahrt ein Problem. Ein Hotel finde ich nämlich nicht.

Kurz hinter Thai Nguyen begann es. Die Leute am Strassenrand rufen Hallo, winken mir zu und wenn ich eine Pause in einem Strassen-Kaffee mache, lachen und tuscheln sie. Andere setzen sich an meinen Tisch und laden mich zu einer Cola ein. Auch Selfies haben sie schon mit mir gemacht.

Sie nutzen das Handy zuerst als Spiegel und wenn die Haare gerichtet sind gibt's das Selfie mit mir.

Jetzt, da ich schon zum zweiten Mal die Hauptstraße hochfahre und immer noch nach einem Hotelschild gucke, rufen Sie nicht mehr. Sie kennen mich ja schon, aber sie winken und sind fröhlich.

Da es weder Touristikbüro noch sonst eine Auskunftsstelle gibt, steuere ich meinen Telecom-Anbieter Viettel an. Englisch versteht die junge Dame hinter dem Tresen nicht. So bleibt nur eines: Mein Vietnamesisch ab dem Handy.

Khách sạn? 

Und siehe da, das Hotel sollte gleich nebenan sein. Für mich als solches aber nicht zu erkennen. So glaubte ich es der Dame nicht und sie begleitete mich. Wir durchquerten drei komplett leere, aber saubere Räume.

Dann, im dunkeln Hinterteil des Gebäudes, da wo die Motorroller standen, war eine Theke. Dahinter eine alte, sehr alte Vietnamesin mit langem grauem Haar und einem ausgemergelten Gesicht.

Legende zum Bild: Kurz vor Dinh Ca. Ein Winken und ein Lächeln. Dann kommt die Reisbäuerin auf mich zu und ich kann ein Bild machen.

Sent from Nine
Okt.
11

Endlich: On the road again

Endlich: On the road again
Ich sitze in Thai Nguyen auf dem Platz vor dem Busbahnhof. War gar nicht einfach ein kühles Bier zu kriegen.

Für viele erfolgt hier der Umstieg auf oder von einen Motorroller. Personen, grosses Gepäck und was auch immer mitgebracht wurde, findet nun auf dem Roller Platz.

Gefühlte alle 20 Sekunden fährt ein Bus ein. Da Bringen und Abholen,  Ein- und Aussteigen und auch das Warten,  das mir zum Teil beträchtlich lange erscheint, alles auf dem gleichen Platz stattfindet, ist das Chaos ungleich größer als in der City von Hanoi.

Und ja. Die Buschauffeure nutzen auch hier ihre Hupen, die so abschwellend Tuu Tu tututu machen (es gibt auch die tiefen Schiffshornsirenen, bei denen im rollenden Verkehr der nicht lebensmüde Biker am liebsten in den Strassengraben springen würde), inflationär.

Was mir hier auffällt.  Zu Fuß ist neben dem Bussbahnhof niemand unterwegs. Meine Schätzung: 
5/8 Motorroller
2/8 Autos, Lastwagen, Busse
1/8 Velo
Also dann: Willie Nelson's "On the road again" 
http://m.youtube.com/watch?v=1TD_pSeNelU

Sent from Nine
Okt.
10

Chinesische Grenze und Berge

Chinesische Grenze und Berge
Heute ist ein regnerischer Tag. Kalt und nass. Ich packe. Hanoi ist für's Erste vorbei. Die chinesische Grenze und die Berge warten.

Mir ist es einwenig "gschmuch" im Bauch beim Gedanken, diesen zwar chaotischen, aber für mich - und das vor allem dank Toni und seinem Team im B+B Hanoi Hostel - sicheren Hafen zu verlassen. Was wird mich erwarten?

Gestern erhielt ich einen kleinen Vorgeschmack darauf: In Tu Son (20 Km nordöstlich von Hanoi) radelte ich an einem Arztstuhl, der im Freien unter lediglich einer Plane am Strassenrand stand, vorbei. Auf dem Stuhl sass, nein eher lag ein Patient und ein Arzt mit alter Stirnlampe machte sich am linken Ohr des Patienten zu schaffen.

Ich getraute mich nicht hinzugehen, zu fragen oder zu fotografieren. Verstohlen hielt ich ein paar Meter weiter an und beobachtete die Szenerie aus sicherer Distanz.

Mir stellte sich die Frage, gibt es ganz im Norden,  da wo ich hin wollte, überhaupt einen Arztstuhl? 

Meine Reisepläne haben sich auf anraten mehrere angefragten Vietnamesen geändert. Ich werde nun nicht mit dem Nachtzug nach Lao Cai fahren (die Strecke bis nach Sa Pa gilt als touristisch). 

Ich werde  Hanoi mehr in östlicher Richtung verlassen. Über Thai Nguyen, Ding Ca und Cao Bang geht es in die Berge nahe der chinesischen Grenze.

Als nördlichsten Punkt visiere ich Meo Vac (etwa 5 Kilometer von der Grenze) an. Um dahin zu kommen wurde mir aber nahegelegt, die Strecke ab Ha Giang auf einem Motorrad mit Driver zurückzulegen.

Jetzt geht's zum Abendessen nochmals in meine Lieblingsstrassenküche. Fischsuppe mit Reisnudeln. Es ist Zeit, dass es los geht, denn das viele und feine Essen macht sich in der Hüftgegend bemerkbar .....

Legende zum Bild: Toni (Mitte) und seine Crew im B+B Hanoi Hostel kann ich nur weiterempfehlen: Einfach, sauber, zuvorkommend und sehr herzlich. Thanks to all!

Sent from Nine
Okt.
09

Proben für den grossen Auftritt

Proben für den grossen Auftritt
1954 bendete die Niederlage Frankreichs in der Schlacht von Dien Bien Phu die Kolonialzeit. Heute wurde geprobt ....

Sent from Nine
Okt.
08

Etwas Stille ...

Etwas Stille ...
Die Fahrt rund um den Ho Tai (West Lake of Hanoi) war ein Trip der Ruhe und das "Maledives" (Bild unten) eine Einkehr wert.

Sent from Nine
Okt.
08

Überfüllte Höhlen

Überfüllte Höhlen
Wir lassen uns durch die Höhle treiben. (Sung Sot Cave, Halong Bay)

Sent from Nine